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Station 3: Exkurs: Das Weidelandschaftsprojekt

 

Was ist das Weidelandschaftsprojekt?

Das im Leinbachtal seit 1999 bestehende Beweidungskonzept ist ein Pilotprojekt zur Pflege der „Natura 2000"-Offenlandbiotope im Leinbachtal durch extensive Mischbeweidung. Schottische Hochlandrinder grasen regelmäßig die Weiden ab und lockern zusätzlich den Boden auf. Es wird somit dem Zuwuchern der Landschaft entgegengewirkt.

 

Welche Ziele werden verfolgt?

Das Beweidungskonzept verfolgt neben der ständigen Pflege der Weiden durch die schottischen Hochlandrinder noch einige weitere Ziele. Diese sind:

  • Art und Biotopschutz: Durch die Offenhaltung der Grünflächen werden Lebensräume seltener Tier- und Pflanzenarten geschützt.
  • Erhalt vielfältiger Vogelarten: Weiche Übergänge zwischen Wald und Offenland ermöglichen eine Artenvielfalt der Vögel.
  • Artenvielfalt erhöhen: Durch das Pilotprojekt wird zu einer Erhöhung der Biodiversität des "Natura 2000"- Gebietes beigetragen.
  • Kulturlandschaft erhalten: Die bestehende Kulturlandschaft mit ihrer hohen touristischen Bedeutung wird erhalten.
  • Förderung der Grundwasserneubildung: Die umweltschonende Nutzung durch die Beweidung ist fördernd für die Grundwasserneubildung.
  • Erhaltung der Grünfläche für Rehwild: Die Weidelandschaft dient dem Rehwild als Äsung- und Setzflächen.

 

Wie kam es zu diesem Projekt?

Die ursprünglichen Mähwiesen unterlagen einer fortschreitenden Sukzession (,,Verbuschung“), aufgrund des zunehmenden Rückzugs der Landwirtschaft im Leinbachal. Aus diesem Grund gab es damals einen Antrag auf ein Konzept zur Offenhaltung des Tals. Ein Beweidungsprojekt mit Gallowayrindern schuf Abhilfe. Die Rinder grasten die Weiden regelmäßig ab und lockerten den Boden auf.

Die Bewirtschaftung als Weideflächen verhindert eine zunehmende Sukzession und negative Auswirkungen auf den Biotop- und Artenschutz. Zudem sind die Grünflächen im Leinbachtal überwiegend wechselfeuchtes Grünland und Feucht- bzw. Nasswiesen. Aus naturschutzfachlicher Sicht sind diese von großer Bedeutung. Eher selten sind magere bodensaure Glatthaferwiesen zu finden. 

Im Jahr 2008 zog sich der Halter der Gallowayrinder aus dem Tal zurück, wodurch es zu einer Unterbrechung der Beweidung um zwei Jahre kam. Dies hatte zur Folge, dass bereits gepflegte Bereiche in Brachestadien zurückfielen.

Zwei Jahre später fanden sich zwei Nutzer aus Hochspeyer und Waldleiningen, welche die Beweidung fortführten. Seither werden die Talauen, mit insgesamt sechs Teilflächen, sowohl mit Haflingerpferden als auch schottischen Hochlandrindern bewirtschaftet.

 

Projektträger: Naturpark Pfälzerwald im Bezirksverband Pfalz

Projektpartner: Kreisverwaltung Kaiserslautern (Untere Naturschutzbehörde, Ortsgemeinde Waldleiningen, Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn, Landesforsten (Forstamt Kaiserslautern)

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