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Station 8: Die Reinigung des Wassers

Warum muss Abwasser geklärt werden?

Jeder Mensch verursacht Schmutzwasser, sei es durch das tägliche Duschen, das Waschen von Kleidung oder auch das Spülen des Geschirrs. Das sogenannte häusliche Schmutzwasser enthält demnach viele unterschiedliche Schmutzstoffe. Würde dieses „Dreckwasser“ in Flüsse oder Seen geleitet werden, entstünden gravierende Umweltschäden. Vor allem Gewässer hätten einen erheblichen Schaden zu tragen. Demnach besteht aus Gewässerschutzgründen sowie aus hygienischen und ästhetischen Aspekten eine Notwendigkeit der Abwasserreinigung.

 

Wie funktioniert eine Kläranlage?

Abbildung: [Prof.Blumes BILDUNGSSERVER 2004, o.S.; verändert]

Das anfallende häusliche Schmutzwasser wird zunächst durch die Kanalisation zum jeweiligen Klärwerk geleitet. Dort passiert es einen Rechen. Dieser entfernt grobe Feststoffe wie bspw. Äste, Papier und Flaschen. Im Sandfang kommt es zur Abscheidung von mineralischen Sinkstoffen wie Sand und Kies. Diese lagern sich am Boden ab und können beseitigt werden. Im Absatzbecken wird das Wasser zurückgehalten, damit sich körnige und flockige Stoffe absetzen können. Diese werden als Primärschlamm bezeichnet und zur Schlammbehandlung gefördert. Das Belebt- und Nachklärbecken bildet eine Einheit. Im Belebtbecken erfolgt eine biologische Reinigung. Mikroorganismen werden dazu gezielt mit dem Abwasser in Verbindung gebracht. Diese nehmen die gelösten organischen Abwasserstoffe auf und wandeln sie in anorganische Verbindungen um (Wasser, Salze, Kohlendioxid).  Das „Schlamm-Wasser“ wird nach geraumer Zeit in das Nachklärbecken geleitet. Der belebte Schlamm wird vom gereinigten Abwasser getrennt, indem er sich am Boden absetzt. Teilweise wird dieser anschließend zum Belebungsbecken rückgeführt. Der übrige Schlamm (Sekundärschlamm) wird zur Schlammbehandlung abgeleitet. Das im Nachklärbecken übrig gebliebene Wasser wird nach einer Filtration in ein natürliches Gewässer eingeleitet.

Der Schlammbehandlung zugeführter Primär- und Sekundärschlamm wird eingedickt, um den Wassergehalt zu verringern. Anschließend gelangt der Schlamm in ein Faulbehälter. Unter Luftabschluss wird ein Faulgas durch Fäulnisbakterien in einem Gärprozess erzeugt. Das entstandene Gas kann gespeichert und als Energielieferant für die Kläranlage genutzt werden. Der restliche Schlamm ist nach vier Wochen ausgefault und geruchlos. Dieser kann als Düngemittel in der Landwirtschaft verwendet oder weiteren Behandlungsstufen zugeführt werden (Entwässerung, Verbrennung, Deponierung).

 

 

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