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Station 1: Geschichte des Leinbachtals

Allgemeine Infos

Das Leinbachtal gibt es schon sehr lange. Erfahre, wie das Tal zu seinem Namen kam oder wie es damals genutzt wurde.

Funktionsweise der Station

Schiebe den Pfeil über die Jahresringe der Baumscheibe. Nun kannst du im Fenster ablesen, was damals, als dieser Jahresring entstand, auf der Welt passiert ist, wie alt der Baum geworden ist und was er schon alles erlebt hat.

 

Geschichte des Leinbachtals

Das Leinbachtal bei Frankenstein/Pfalz liegt in einem ursprünglich landwirtschaftlich geprägten Gebiet. Der Name entstand im Mittelalter und nimmt Bezug auf den Spitzahorn oder die Sommerlinde, welche damals als „Leinbaum“ bezeichnet wurden. Diese zwei Baumarten kamen früher häufig an pfälzischen Bächen vor [NEUMER 1994, 6]. Zur Namensgebung lässt sich sagen, dass das neuhochdeutsche „Leinbach“ aus dem mittelhochdeutschen „Lînbach“ entsprungen ist, welches wiederum über die Abschwächung „Lîna“ mit der Endung „-bach“ zur Verdeutlichung aus „Lînaha“ entstanden ist [NEUMER 1994, 6]. Aus diesem „Lînaha“ leitet sich ebenfalls das neuhochdeutsche „Leine“ ab. Im Verlauf der Zeit hat der heutige Name „Leinbach“ jedoch leicht variiert. So steht neben „Lînbach“ und „Leinbach“ manchmal „Lîmbach“ und „Leimbach“ zu lesen, 1252 hieß der Bach „Limbach“, 1304 wiederum „Limpach“, 1426 „Lynbach“, 1489 „Linbach“ und 1551 „Leymbach“ [Neumer 1994, 6]. Das Leinbachtal beschreibt also das Tal, in dem der Leinbach mit einer Gesamtlänge von 11.600 Metern fließt. Früher zählte er zu den Haupttriftbächen der Pfalz, da er auf einer Länge von 11.300 Metern triftbar war. Karl Friedrich Wilhelm, Fürst von Leiningen, war ein sehr fortschrittlich gesinnter und tätiger Landesherr und förderte im 18. Jahrhundert die Trifterei im Leinbachtal [LUDT 1979, 132]. 1816 begann der planmäßige Ausbau der Bäche für die Trifterei, da die Pfalz ein einheitliches Gebiet und bayrisch geworden war. Nun standen große Geldmittel zur Verfügung, wodurch ein großer Zug in die gesamte Trifterei kam [LUDT 1979, 133]. Die damals errichteten Bauten sind heute noch gut erhalten, wurden aber teilweise saniert, um sie vor dem Verfall zu schützen. Sinn der Trifterei war die bequeme Versorgung der holzarmen Rheingegenden mit Brennholz für Industrie und private Haushalte. Getriftet wurde hauptsächlich in den Monaten März und April, da hier aufgrund der Schneeschmelze und der niederschlagsreichen Witterung der Wasserstand am höchsten war [LUDT 1979, 133]. In diesem Zeitraum wurden circa 18.000-20.000 Klafter Holz vertriftet, jedoch bereitete die aufstrebende Eisenbahn dem Trifthandwerk ein jähes Ende.

Die Bezeichnung „Ungertal“ resultiert aus der Zeit, als zur Mittagszeit die Hochspeyrer Viehherden an dieser Stelle „geungert“, also geruht, haben [LUDT 1979, 40].

Der 1906 gefasste Martinsbrunnen trägt den Namen des damaligen Forstmeisters Martin in Hochspeyer [LUDT 1979, 30].

Die Namen „Finstertal“ und „Dunkeltal“ resultieren aus den beiden engen Tälern, in die nur wenig Licht einfällt und daher dunkler als z.B. das Leinbachtal sind [LUDT 1979, 30].

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